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Paartherapie

Was ist personenzentrierte Paartherapie?

Im Kern geht es in dieser Form der Paartherapie nicht um Methoden, sondern um das Schaffen eines heilsamen Raumes, in dem zwei Menschen einander wieder begegnen können – jenseits der Missverständnisse, Verletzungen und des Schweigens, die sich manchmal über die Zeit aufgebaut haben.

Personzentrierte Paartherapie bedeutet nicht, dass jemand „repariert“ werden muss oder dass eine Beziehung nach bestimmten Regeln funktionieren soll. Vielmehr geht es darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Offenheit, Neugier und Einfühlung möglich werden. In diesem Raum kann das, was bisher ungesagt geblieben ist, langsam Ausdruck finden.

In Beziehungen verfangen wir uns oft in denselben Konflikten und Mustern, die beide Seiten erschöpft und unverstanden zurücklassen. Hier richtet sich der Blick nicht darauf, wer recht hat, sondern darauf, wie jeder PartnerIn diese Situationen von innen heraus erlebt – mit all den Gefühlen, Sehnsüchten und Ängsten, die im Alltag kaum Platz haben. Wenn diese Erfahrungen geteilt und gehört werden, entsteht ein neuer Kontakt: echter, lebendiger, näher.​

Die Aufgabe der Therapeut*in ist es nicht, zu urteilen oder Partei zu ergreifen, sondern einen sicheren Raum offenzuhalten, in dem beide Stimmen gleich zählen. In dieser Atmosphäre können Verständnis und Vertrauen wachsen, und die Beziehung kann wieder spürbar lebendig werden – manchmal ganz überraschend, manchmal tief verwandelnd. Paartherapie führt nicht immer dazu, dass eine Beziehung „besser“ wird oder zusammenbleibt. Manchmal wird im Prozess auch deutlich, dass die Wege sich trennen sollten. Was jedoch immer möglich wird, ist mehr Klarheit – über sich selbst, über den anderen und über das, was in der Beziehung wirklich trägt.

Personzentrierte Paartherapie ist also weniger eine Technik als eine Einladung: anders zuzuhören – sich selbst, dem anderen, und der Beziehung als etwas, das zwischen beiden lebendig ist.​


"Es ist erstaunlich, wie Elemente, die unlösbar erscheinen, lösbar werden, wenn jemand zuhört, wie Verwirrungen, die unheilbar erscheinen, sich in relativ klare fließende Ströme verwandeln, wenn man gehört wird."
- Carl R. Rogers